12
Juni
2024
|
17:17
Europe/Amsterdam

Was hilft am besten gegen Hitze im Dachgeschoss?

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Zusammenfassung

Velux Simulationsdaten zeigen, was am effektivsten ist:

  • Ein aussenliegender Hitzeschutz wirkt am besten gegen Überhitzung im Dachgeschoss.
  • Mehr als doppelt so grosse Hitzereduktion mit Rollladen wie mit innenliegendem Rollo.
  • Bei Austausch eines alten Dachfensters und Einsatz eines Rollladens sind mehr als 9 Grad Celsius niedrigere Temperaturen möglich.

Jeder im Dachgeschoss lebende Mensch fragt sich, wie er seine Wohnung im Sommer am besten gegen Hitze schützt. Der dänische Dachfensterhersteller Velux hat die Frage genauer untersucht und eine Simulation mit Wetterdaten Genfs über zwei Monate realisiert. Am effektivsten zeigen sich dabei Rollläden und Markisetten mit verdunkelndem Stoff. Unterstützend sollten bei niedrigeren Aussentemperaturen die Fenster zum Lüften geöffnet werden, um so den Raum zusätzlich abzukühlen. Doch wie gross sind die Temperaturunterschiede bei unterschiedlichen Hitzeschutzmassnahmen?

Die Simulationen wurden für einen Dachraum von 4 x 3 Metern durchgeführt –exemplarisch für die Grösse eines Kinderzimmers oder Büros. In diesem gibt es zwei Schwingfenster der Grösse 78 x 118 cm mit einer Dreifach-Isolierverglasung, die nach Süden ausgerichtet sind. Um das Szenario möglichst realistisch zu gestalten, konnten die Fenster zum Lüften geöffnet werden, um so den Raum zu kühlen, wenn Personen in den Morgen und Abendstunden Zuhause sind und die Temperatur Aussen niedriger als Innen ist.*

Berechnet wurden die Auswirkungen des Einsatzes folgender Hitzeschutz-Massnahmen: Rollladen, Hitzeschutz-Markisette mit transparentem Stoff und verdunkelndem Stoff, Verdunkelungs-Rollo (innen) sowie Kombination von Verdunkelungs-Rollo und Rollladen. Die Simulation erfolgte auf der Basis von Wetterdaten Genfs im Zeitraum vom 1.Juli bis 31. August 2023.

Am effektivsten zeigten sich der Rollladen und die Markisette mit verdunkelndem Stoff. Sie sorgten für eine um 5,6 Grad Celsius niedrigere Temperatur im Raum. Eine Kombination von Verdunkelungs-Rollo innen und Rollladen aussen brachte nur minimale Verbesserungen im Vergleich zum alleinigen Einsatz des Rollladens. Das innenliegende Rollo kann am wenigsten ein Aufheizen der Wohnung verhindern. Da die energiereichen Strahlen noch auf die Scheibe treffen, war der Effekt beim Schwingfenster hier mit maximal 2,1 Grad Celsius weniger am geringsten. Obwohl die aussenliegende transparente Markisette noch Licht in den Raum lässt, war der Hitzeschutz-Effekt mit ihr schon etwa doppelt so gross wie beim Rollo: Eine bis zu 4,3 Grad Celsius niedrigere Temperatur als in einem Raum ohne jegliche Verschattung. Damit wird deutlich, dass eine effektive Hitzereduktion nur mit aussen vor dem Dachfenster liegenden Lösungen möglich ist. Im Gegensatz zu innenliegenden Rollos verhindern sie, dass die Sonne auf die Scheiben trifft und die Temperatur dadurch im Raum deutlich steigt.

Zeit für einen Fensteraustausch?

Beim Hitzeschutz spielt jedoch nicht nur die aussenliegende Verschattung eine wichtige Rolle, sondern auch das Alter des Dachfensters. Die Simulation mit etwa 20-30 Jahre alten Dachfenstern zeigte noch grössere Unterschiede. Allein der Austausch der Dachfenster gegen Modelle mit Dreifach-Isolierverglasung – ohne jeglichen Einsatz einer Verschattung – würde für bis zu 4,2 Grad Celsius niedrigere Raumtemperaturen sorgen. Tauscht man die Schwingfenster aus und installiert zusätzlich Rollläden oder Markisetten mit verdunkelndem Stoff lässt sich die Temperatur sogar um bis zu 9,2 Grad senken. Bei Einsatz einer lichtdurchlässigen Markisette sind es bis zu 8,0 Grad Celsius. Die positiven Auswirkungen von Fensteraustausch und Rollladeneinsatz werden bei der Vorstellung, sich in einem Raum mit 25 Grad Celsius oder mehr als 34 Grad Celsius aufzuhalten, mehr als deutlich.

Den für das eigene Dachfenster passenden Hitzeschutz ermittelt man über das Typenschild, welches sich bei geöffnetem Fenster rechts oder links hinter der Griffleiste befindet. Mehr Informationen zu einem angenehmen Sommer im Dachgeschoss finden sich unter www.velux.ch/hitzeschutz.

* Weitere Infos zum Untersuchungsdesign 
Die Dachneigung beträgt 45 Grad und die Dämmstärke der Konstruktion 100 mm mit einem U-Wert von 0,3 W/(m²K) für die Aussenwände aus Ziegeln und einem U-Wert von 0,4 W/(m²K) für das Dach. Es gibt eine Innenwand ohne jeglichen Wärmeaustausch. Im Simulationsmodell wurden vier Beschattungselemente und eine Kombination aus Innen- und Aussenbeschattung wie folgt verwendet. 
Die Beschattungselemente werden auf der Grundlage einer Innentemperatur von 23°C aktiviert. Ein Öffnen der Dachfenster erfolgt zwischen 17 Uhr und 0:30 Uhr sowie 7.00 und 8:00 Uhr, wenn die Aussentemperatur einen niedrigen Wert aufweist als im Innenraum. 
Die Berechnungen wurden mit der Energiesimulationssoftware IDA ICE realisiert. Als Wetterdaten kamen EPW(Energy Plus Weather)-Daten zum Einsatz. Eine EPW-Wetterdatei enthält verschiedene meteorologische Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung und Niederschlag. EPW-Dateien liefern jährliche Stundendaten und werden in der Regel von Wetterstationen oder meteorologischen Datenbanken bezogen. 

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