01
April
2016
|
12:43
Europe/Amsterdam

Urbane Nachverdichtung durch Dachausbau in Basel

Zusammenfassung

Basel, März 2016: Ungenutzter Dachraum bietet beste Möglichkeiten, die Flächeneffizienz und Energie-effizienz eines Gebäudes zu steigern. Zudem sorgt die neuste Generation von Dachfenstern für deutlich mehr Tageslicht und höhere solare Gewinne. Reuter Raeber Architekten aus Basel haben diese Faktoren in ihre Planung einfliessen lassen und einem vormals brachliegenden Dachstock neues Leben eingehaucht.

Verdichtung ist das Reizwort der Stunde. Eine bauliche Nachverdichtung in den Städten nutzt bereits bebaute Flächen effizienter und wirkt einer Zersiedelung entgegen. Naheliegend und erfolgversprechend ist zum Beispiel der Ausbau oder das Aufstocken von Dächern: Ungenutzter Dachraum wird mit wenigen Mitteln in einen attraktiven Arbeits- oder Wohnraum umgewandelt und für den Gebäude-Eigentümer als ergänzende Nutzfläche ökonomisch zur Verfügung gestellt – durch die Nutzung bereits vorhandener Erschliessungen und Tragwerke.

Eine Dachwohnung erscheint als Traum vom „Einfamilienhaus“ mitten in der Stadt: Man kann den freien Blick über die Dächer schweifen lassen und ist dennoch mitten im Leben, wenn man hinunter auf die Strasse geht. Ausserdem empfinden die Nutzerinnen und Nutzer die Wohnqualität in gewachsenen Quartieren meist höher als in Neubaugebieten.

 

Lichtdurchfluteter Raum

Ein hervorragendes Beispiel, wie attraktiver Wohnraum unter dem Dach entstehen kann, zeigen Reuter Raeber Architekten aus Basel: Mit ihrem Projekt an der Brombacherstrasse im Kleinbasel konnten sie die Flächen- und Energieeffizienz des Gebäudes steigern und zusätzlichen attraktiven Wohnraum auf höchstem Niveau schaffen.

Durch die Eröffnung des neuen Horburgtunnels konnte das Quartier vom Durchgangsverkehr stark entlastet werden. Dies hatte zur Folge, dass die Lebensqualität stark aufgewertet wurde, die Attraktivität des Quartiers stieg und der bestehende Wohnraum an Anziehungskraft gewann. Für das Mehrfamilienhaus aus der Jahrhundertwende wurde vom Bauherren deshalb eine Renovation und Dachaufstockung angestrebt. Die Wohnungen in den unteren 5 Geschossen sind behutsam im Charakter der bestehenden Bausubstanz saniert worden, der alte Dachstock hat einer neuen Aufstockung Platz gemacht.

Der neue Dachaufbau wurde als vorfabrizierter Holzbau ausgeführt. Als wesentliches konstruktives Prinzip wurde das obere der beiden neuen Geschosse im Dach zwischen zwei Wangen eingelegt; ähnlich einer Brücke wurde über eine Länge von neun Metern das Geschoss zwischen die beiden Nachbarhäuser eingespannt. Die Wangen sowie die eingespannte Ebene ermöglichen einen stützenfreien Grundriss und tragen das Dach ähnlich zweier übergrosser Mittelpfetten. Eine schmale und längsgerichtete Treppe mit feinen Lamellen verbindet die beiden Geschosse im Dach.

Im oberen Geschoss, das als Haus im Haus eingepflanzt wurde, befindet sich ein Schlafraum und im darunterliegenden Geschoss sind der Hauptwohnraum, die Küche, ein Bad sowie ein separates Zimmer. Der freie Wohnraum öffnet sich zweiseitig nach oben und greift u-förmig um die eingespannte obere Ebene. Dies als Resultat der gewählten Konstruktion und der nutzbaren Fläche im oberen Geschoss. Die vertikalen Fenster durchdringen die Wangen, wirken gleichzeitig aussteifend.

Die platzierten Dachflächenfenster – in diesem Objekt wurden acht Dachfenster inklusive Verdunkelungsrollos von VELUX verbaut – stellen auch bei diesem Objekt die beste Möglichkeit einer Tagesbelichtung dar. Darüber hinaus haben sie den Vorteil, dass ein grosser Teil des Tageslichtes aus dem Zenith in den Raum einfällt. Daraus ergibt sich insgesamt eine grössere Tageslichtmenge, gleichzeitig verbessert sich auch die Gleichmässigkeit der Lichtverteilung im Raum gegenüber einer Seitenbefensterung.

 

Solare Gewinne nutzen

Die tiefen Leibungen an den Seiten- wie auch an den Dachfenstern wurden mit Chromblechen ausgekleidet. Dadurch wird viel Licht reflektiert und die Räumlichkeiten der neuen 90m2 grossen Dachwohnung erhalten einen kühlen, modernen Touch. Im Kontrast dazu wurde das Fichtenkonstruktionsholz dunkel lasiert. Der Boden ist mit hellem Parkett belegt; durch die weiss verputzten Dachflächen und seitlichen Brandmauern wird der Eindruck eines lichtdurchfluteten und modernen Wohnraums geprägt.

Insbesondere Tageslicht ist ein Faktor, der Immobilien attraktiv macht. Mehr Tageslicht – dafür weniger Stromverbrauch durch Kunstlicht – und gesteigertes Wohlbefinden können gerade in Dachräumen mit den unterschiedlichsten Typen von Dachfenstern erreicht werden. Mit der neusten Dachfenstergeneration kann von einer ausgezeichneten Energiebilanz profitiert werden. So verwendet beispielsweise der Marktführer VELUX für seine Fenster innovative, hochwertige und leistungsstarke Materialien. Seine sogenannte „ThermoTechnology“ garantiert eine hervorragende Wärmedämmung. Dank energetischer Bestwerte helfen sie, Heizenergie einzusparen und damit den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Zudem ermöglichen die filigranen und schlanken Profile der VELUX-Dachfenster eine maximale Glasfläche, die nicht nur mehr Tageslicht in den Dachraum bringt, sondern auch höhere Wärmegewinne durch die Sonne.

 

Die fünfte Fassadenseite

In ihrer Gesamtheit prägen Dächer das Orts- und Strassenbild. Jedes Quartier besitzt neben seinen Eigenschaften auch eine spezifische Dachlandschaft. Diese betont die Charaktere der Quartiere. Bei Schrägdächern kommt eine Konvention und wichtige Symbolik hinzu: Das Dach bildet den Abschluss. Es wirkt als «Hut», der mit seiner Krempe (Dachvorsprung) das Haus schützt und in diesem Kontext als fünfte Fassade des Gebäudes eine prioritäre Rolle zukommt.

Das verlangt einen äusserst sorgfältigen Umgang mit Dachöffnungen und Dachaufbauten. Anzahl, Grösse, Form und Detailausbildung sind entscheidend. Aber gerade mit dem umfassenden Sortiment von VELUX und dessen durchdachtem Design wird den funktionalen, städtebaulichen und denkmalpflegerischen Ansprüchen an die Dachlandschaft Rechnung getragen. VELUX Dachfenster lassen sich dank der filigranen Profile und den unauffälligen Aussenverblechungen harmonisch ins Dach integrieren lassen. Auch ist ein optionaler 4cm vertiefter Einbau möglich. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind ausgesprochen vielfältig, wie gerade der Dachausbau an der Brombacherstrasse beweist.

Dachausbauten tragen dazu bei, bestehenden Raum besser zu nutzen. Urbane Nachverdichtung ist Stadtplanern, Investoren, Bauherren und Architekten gleichermassen ein Anliegen. Das Projekt von Reuter Raeber Architekten aus Basel steht sinnbildlich für die Möglichkeiten, brachliegende Dachräume zu nutzen, um attraktiven Wohnraum zu schaffen. Ein freier Blick über die Dächer inklusive.

 

Objekt

Dachstockausbau Brombacherstrasse, Basel

Bauherrschaft

privat

Architekturbüro

Reuter Raeber Architekten, Basel

Dauer des Umbaus

5 Monate

Produkt

VELUX Schwingflügelfenster